ASUS Zenbook DUO OLED – endlich echtes Multitasking am Laptop?

ASUS Zenbook DUO OLED – endlich echtes Multitasking am Laptop?

Wer kennt es nicht? In vielen Berufen bietet sich die Nutzung von zwei Monitoren gleichzeitig an. Wenn es aber dann auf Reisen geht oder ins Home-Office gewechselt wird, beschränkt man sich wieder auf das normale Notebook-Display.

Aber was ist, wenn ich nicht mehr auf den gewonnenen Komfort verzichten kann und einen Laptop mit zwei Bildschirmen haben möchte?

ASUS hat bereits in der Vergangenheit mit innovativen Konzepten unter Beweis gestellt, dass man DualScreen-Laptops als ernsthafte Produkt-Kategorie begreift. Neben den vorherigen Zenbook DUOs (Tests 2019er-Modell und 2021er-Modell), zeigte man mit dem Zenbook Fold (Test) unter anderem ausgefallene Modelle mit faltbaren OLED-Displays.

Zenbook DUO OLED 3

Das neue ZenBook DUO OLED scheint rein vom Aufbau nun eine Verbindung beider Philosophien zu sein. Zwei Displays wie bei den vorherigen DUOs, doch beide haben nun ein 14-Zoll-Format und dienen so als vollständige mobile Bildschirme. OLED ist – der Gerätebezeichnung entsprechend – wie beim Fold mit dabei und zum besseren Aufstellen hat man sich, auch nicht unähnlich dem Fold, eines Kickstands bedient.

Ob das Konzept mit zwei, durch ein Scharnier getrennte Bildschirme, einer abnehmbaren Tastatur und verschiedener Aufstellmöglichkeiten aufgeht?

Ich konnte es zwei Wochen ausgiebig testen und kann nun vom Praxis-Einsatz berichten. Was mir dabei nämlich aufgefallen ist, war zum einen überraschend, zum anderen aber auch eine Bestätigung von vorherigen Vermutungen. Ob gut oder schlecht, erfährst du gleich.

Technische Details

Produkteigenschaften des ASUS ZenBook DUO OLED UX8406MA-PZ073W

1. Display 14“, OLED, 120 Hz, spiegelnd
Maximale Helligkeit: 400 cd/m²
(Peak mit HDR: 550 cd/m²),
Touch, 16:10
WQXGA (2880 × 1800 Pixel)
2. Display 14“, OLED, 120 Hz, spiegelnd
Maximale Helligkeit: 400 cd/m²
(Peak mit HDR: 550 cd/m²),
Touch, 16:10
WQXGA+ (2880 × 1800 Pixel)
Prozessor Intel Core Ultra 7 155H
6 Performance-Kerne, 8 Effizienz-Kerne | 22 Threads
TurboBoost bis 4,8 GHz | 24 MB Cache
Grafik Intel Arc™ Graphics
Arbeitsspeicher 16 GB LPDDR5
Festplatte 1024 GB NVMe SSD
Netzwerk WLAN 802.11ax / WiFi 6
Bluetooth 5.0 (Dual Band 2*2)
Anschlüsse 2x USB-C mit Thunderbolt™ 4 DisplayPort & Power Delivery
USB-A 3.1 Gen1
HDMI 2.1 TMDS
Klinkenanschluss
Stromanschluss
Akku 75Wh Lithium-Ion-Akku (intern verschraubt)
65 Watt Netzteil
Eingabegeräte Bluetooth-Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung
Optional: ASUS Pen 2.0
Sound Harman/Kardon
Stereo-Lautsprecher
Kamera Full-HD Infratot-Webcam
Sicherheit IR Kamera / Windows Hello
Betriebssystem Windows 11 Home 64 Bit
Abmessungen 31,35 x 21,79 x 1,99 cm (B x T x H)
Gewicht 1,7 kg
Preis 1.699 Euro* [BW-Deal]
ASUS Zenbook DUO OLED bei uns im Shop

Leichter als gedacht

Erster Eindruck: Das soll ein Convertible sein? Klar, es ist mit 1,7 Kilogramm etwas schwerer als normale 14 Zoll Notebooks, aber – hätte ich es nicht gerade ausgepackt und die schmale Tastatur per Magneten zwischen die beiden Bildschirme gesteckt – müsste ich erstmal nach dem zweiten Bildschirm suchen.

Dank der Magnete hält die Tastatur nämlich sehr gut und schließt komplett bündig mit dem Gehäuse ab. Den schmalen Formfaktor von nur wenigen Millimetern merkt man ihr beim Tippen auch nicht an. Der Tastendruck ist schön knackig und selbst bei längeren E-Mails oder Texten – wie diesem hier – finde ich mit dem angenehmen Druckpunkt und einer dreistufigen Beleuchtung leicht den nächsten Buchstaben.

Zenbook DUO OLED Tastatur

Das darunterliegende Touchpad besitzt zwar eine Kunststoffoberfläche, die ist aber angenehm samtig geraten und auch das Klick-Feedback muss sich vor festverbauten Modellen nicht verstecken. Zwar ist es etwas kleiner, aber nicht in dem Maße, dass es einschränkend wäre.

Zenbook Duo OLED Kickstand

Der Kickstand macht ebenfalls einen guten Eindruck und ist – wie der Rest des Zenbook DUO OLED – aus Aluminium. Er ist schön verwindungssteif und das Scharnier lässt sich Millimeter-genau einstellen.

Einrichtung: Doch ein ganz normaler Laptop?

Nach dem optischen Eindruck, steht natürlich die Bedienung im Vordergrund. Windows ist wohl so ziemlich das Betriebssystem, auf dem viele Bildschirme in allen Formen gut laufen. Doch wie verhält es sich beim ersten Start? Ist das Bluetooth-Keyboard gleich verbunden oder muss ich erst umständlich die Touch-Bedienung bemühen?

Auch hier Entwarnung: Das Zenbook 14 DUO verhält sich erneut wie ein normaler Laptop, dem man bei der Windows-Einrichtung nicht anmerkt, dass er ein zweites Display unter der Tastatur versteckt hat.

Die Entsperrung via Infrarot-Kamera geht auch entspannt von der Hand: Aufgeklappt und direkt angemeldet. Einen Fingerabdruckleser hat ASUS allerdings nicht im schlanken Gehäuse untergebracht. Dafür aber zwei USB-C Anschlüsse mit Thunderbolt 4 (40Gbit/s) , einmal USB-A (3.2 Gen1 5Gbit/s), Audioklinke & einen vollwertigen HDMI-Port.

Eindruck im Alltag: Sind Bildschirme übereinander etwa besser als nebeneinander?

Nach der ersten Einrichtung lege ich also los und ziehe erstmal meine alltäglichen Kreativ-Programme sowie die MS Office-Suite aufs Zenbook. Kickstand aufgestellt und die beiden Displays übereinander genutzt, fällt mir auf, wie intuitiv das Arbeiten auf den beiden OLED-Touch-Displays beim Multitaskting läuft: Der Tag beginnt – natürlich – mit einem Meeting. Also nutze ich die solide 1080p-Webcam für den Call, während dieser im unteren Bildschirm abläuft und ich im oberen Notizen machen kann oder schnell eine Excel-Tabelle öffne. Das Hoch- und -Runterblicken ist dabei sogar etwas entspannter als der klassische horizontale Betrieb, in dem ich zwei Displays nebeneinander habe.

ASUS Zenbook OLED Duo 3-zu-2

Zuhause arbeite ich sonst an einem 34 Zoll-Ultrawide-Monitor. Und das Kopfschwenken, von einer Seite des Bildschirms zur anderen, kam mir nach der Arbeit am Zenbook DUO OLED plötzlich anstrengender vor. Warum? Weil ich beim Zenbook maximal leicht Nicken musste oder gar nur die Augen bewegen, um beide Bildschirme im Blick zu haben. Klar, sind die knapp 50cm Diagonale kein echter Vergleich zu 86cm im breiten Format beim großen Ultrawide-Monitor – doch im Alltag arbeite ich darauf dennoch nur mit maximal zwei Fenstern. So habe ich dieselbe Menge an Multi-Tasking unterwegs, die ich auch Zuhause nutze.

Der für mich größere Unterschied: Die Qualität der Panels. Denn beide OLED-Bildschirme laufen mit schnellen 120 Hz und decken jegliche Farbräume ab. Selbst professionelle Video- und Bildarbeiten sind darauf möglich. Eine optionale Stiftbedienung hat Asus auch am Start, diese konnte ich mangels Stift aber nicht ausprobieren. Besonders schön für den Film oder die gelegentliche Serie im Hotel oder auf der Couch: Unendlicher Kontrast und HDR-Fähigkeit. So sehen Inhalte deutlich tiefer aus als auf klassischen LED-Bildschirmen und Farben strahlen regelrecht. Kleines Manko der Panels ist nur: Sie spiegeln beide. Allerdings nicht so, wie ich befürchtet hatte. Etwas Licht schluckt ihre Oberfläche, aber mit Sonne im Rücken werden es die knapp 400 nits hellen Panele schwer haben.

Klingt runder als erwartet

Was ebenfalls zum Filmabend auf Reisen beigetragen hat: Solider Klang. Versteht mich nicht falsch, als Möchtegern-Audiophiler kann ich den beiden Speakern zwar ein mangelndes Bass-Fundament attestieren, doch das ist bei jeglicher Konkurrenz (außer den MacBooks) ähnlich.

Zenbook DUO OLED Logo

Der Rest des Frequenzspektrums kommt mit einer vernünftigen Lautstärke und erst spätem Übersteuern bei meinen Ohren an. Du willst ein Upgrade deines Laptop oder Desktop-Sounds haben und allgemein mehr zu (PC-)Speakern erfahren? Dann schau dir folgendes Video an:


DATENSCHUTZHINWEIS: Dieses Video ist im erweiterten Datenschutzmodus von YouTube eingebunden. Durch den Klick auf das Wiedergabesymbol willige ich darin ein, dass eine Verbindung zu Google hergestellt wird und personenbezogene Daten an Google übertragen werden, die dieser Anbieter zur Analyse des Nutzerverhaltens oder zu Marketing-Zwecken nutzt. Weitere Infos hier.

Leistung und Kühlung – Windstärke 1,5

Eine Sache, war bei meinem Alltagstest übrigens gar kein Thema: Die Leistung und Kühlung von ebendieser.

Den Intel Core Ultra 7 und die 16 GB Arbeitsspeicher konnte ich selbst mit Schnittprogrammen nicht ans Limit bringen. Wobei, ich auch keine 4K-Dateien mit dröfkzigtausend Effekten gerendert habe, sondern eher simplere Videos. Trotzdem kommt der neue Intel-Prozessor mit seiner integrierten Grafikeinheit gut zurecht. Selbst Gaming ist gelegentlich drin. The Witcher 3 lief in der DirectX 11-Variante und hohen Details mit knapp 60 Bildern über den Bildschirm. Cyberpunk schafft auf niedrig aber gerade so die 30 Bilder.

Zenbook Duo OLED Intel Evo

Im Gegensatz zu den normalen Zenbooks, kommen im DUO OLED gleich zwei Lüfter zum Einsatz. Im Normalbetrieb äußern sie sich höchstens mit leisem Säuseln und drehen sehr niedrig. Liegt die maximale Leistungsaufnahme von 64 Watt an, was meist nur wenige Sekunden der Fall ist, dann machen sie sich durchaus bemerkbar, stören aber nicht durch hochfrequente Pfeifgeräusche oder dergleichen. Auch die Temperaturen bleiben stets im soliden Bereich und die Aluminiumhaut des Zenbook DUO OLED wird höchstens handwarm.

Zollen die Doppel-Displays einen Akku-Tribut? Jain.

Die ganze OLED-Pracht könnte natürlich einen Haken haben: Weil so viel Bildschirmfläche auch einiges an Energie aus dem Akku ziehen dürfte.

Der ist immerhin mit 75Wh sehr ordentlich dimensioniert und lässt sich mit dem angenehm kleinen Netzteil auch in 98 gemessenen Minuten wieder komplett laden.

Zenbook DUO OLED Gaming

Im Alltag bin ich im normalen Laptop-Betrieb und einem Mix aus Surfen, Office-Suite und gelegentlicher YouTube-Nutzung etwa neun bis zehn Stunden über die Runden gekommen. Dabei hatte ich die Helligkeit zwischen 60 und 80 Prozent, was in etwa 120-180 nits entspricht.

Ein guter Wert, der allerdings mit zwei aktiven Bildschirmen geringer ausfällt. Hier ist nach gerade Mal zwei Stunden Schluss – wenn ich die Helligkeit aufs Maximum drehe. Mit normaler Helligkeit komme ich etwa noch vier Stunden aus. Mit mehr Einschränkungen bei der Nutzung sind sicherlich noch längere Laufzeiten drin.

Fazit: Der bislang beste Multi-Tasker unter den Dual-Screen Laptops

Vom Zenbook Fold, über diverse Konkurrenzmodelle hin zu den ersten Generationen der DUO-Laptops von Asus, sind mir schon einige ausgefallene Laptop-Konzepte untergekommen. Und am Ende hieß es meist: Das Schweizer-Taschenmesser der Notebooks – fürs Multitasking unterwegs – gibt es auch weiterhin nur mit Einschränkungen. Heute ist die Antwort anders: Die Einschränkungen sind beim DUO OLED nun so spezifisch, dass sie keine echten Ärgernisse mehr sind.

Nur auf maximaler Helligkeit und mit beiden Displays in Betrieb sinkt die Akkulaufzeit schneller als mir lieb wäre. Aber sonst: Die Leistung ist so hoch, wie bei vergleichbaren Laptops mit nur einem Display, die Wechsel zwischen Dual- und Single-Screen-Modus laufen smoother als je zuvor und die Qualität der Panels ist ebenfalls besser als bei anderen Modellen. Vor allem die Farbgleichheit beider Panels kann für Grafik- und Medienschaffende spannend sein. Doch selbst im Excel- und Videocall-Alltag hat mich das Konzept mit den übereinander oder hochkant angeordneten Displays positiv überrascht.

Habe ich sonst noch was zu meckern? Einen echten Tablet-Modus – bei dem beide Displays aufeinander geklappt werden – gibt es nicht. Den habe ich persönlich bei Laptops aber selbst bei 2-in-1-Geräten noch nie genutzt. Vielleicht könnten Nachfolge-Modelle auch noch etwas abspecken, wobei die 1,7 Kilogramm und das sehr schmale Netzteil in keiner Tasche wirklich stören.

ASUS Zenbook DUO OLED

Insgesamt ist das also mein bisheriger Favorit unter den Dual-Screen-Laptops, da es mit seinem Formfaktor wirklich mal etwas anders macht und die Aufgaben eines normalen Laptops zu hundert Prozent erfüllt – sie aber eben darüber hinaus auch noch erweitern kann.

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Veröffentlicht von Clemens

Großer Film- und Serien-Fan, der von Antonioni bis Tarkowski (fast) alles gesehen hat, was Kino und Fernsehen hergeben. Durch Super Nintendo und PS1 fand er Mitte der 90er seine Leidenschaft für PC- und Konsolenspiele. Zockt mittlerweile vornehmlich am selbstgebauten Gaming-PC und gelegentlich auch auf der PlayStation.

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