Intel Meteor Lake: Core Ultra geht an den Start

      Intel Meteor Lake: Core Ultra geht an den Start

      Mit der 14. Generation will Intel einen großen Schritt nach vorne machen und ändert dabei die Namensgebung. Den Auftakt macht dabei die neue Oberklasse „Intel Core Ultra“.

      Seitdem AMD mit der Ryzen-Architektur zu einer echten Gefahr für Intels Marktdominanz geworden ist, tut sich einiges bei Intel. All die Bemühungen der letzten Jahre (Umbau der Architektur, Leistungsverbesserungen etc.) münden nun in der 14. Prozessor-Generation namens „Meteor Lake“. Die neuen Notebook-Prozessoren werden auf einem Event mit dem Titel „AI Everywhere“ vorgestellt, AI spielt also nun auch bei CPUs eine große Rolle.


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      Das ist für den blauen Riesen so ein großer Schritt, dass sogar das Jahrzehnte anhaltende Namensschema geändert wird: Das bekannte „i“ im Namen fliegt raus und die Nummerierung fängt wieder bei „1“ an. Wer mehr dazu wissen will, kann alles Wichtige dazu hier nachlesen.

      Inhaltsverzeichnis

      Neuer Aufbau: Kachel-Design

      Klassische Prozessoren bestehen aus einem einzelnen sogenannten „monolithischen“ Chip, mit Meteor Lake setzt Intel auf vier Kacheln (im englischen auch Chiplets genannt). Diese werden dann durch ein dreidimensionales Fertigungsverfahren namens „Foveros“ zu einer CPU verarbeitet. Hier setzt Intel erstmals neben eigener EUV-Fertigung auf Chips von TSMC aus Taiwan. Wenn sich jemand neben Intel und AMD mit Chips auskennt, dann TSMC.

      Die Aufteilung auf einzelne Kacheln hat einige Vorteile und macht das Rechenherz modularer, ist jedoch deutlich schwieriger zu produzieren. Vor allem, wenn gleichzeitig das Fertigungsverfahren verbessert wird, also die Transistoren etc. verkleinert werden. Intel ist inzwischen beim „Intel 4“-Fertigungsverfahren angekommen und nennt die Bauweise „desintegriertes Design“. Ganz neu ist die Idee aber nicht, AMD nutzt etwas Ähnliches schon seit einer Weile für Desktop- und Notebook-Prozessoren. Und es gab mit Intels „Lakefield“-Prozessoren bereits einen kleinen Testlauf (wirklich klein, die meisten Nutzer*innen dürften davon kaum etwas mitbekommen haben).

      Insgesamt gibt es vier Kacheln auf einem Meteor-Lake-Prozessor: Eine Kachel mit SoC und zwei Low-Power Island Cores (sind nur umbenannte E-Kerne), eine „typische“ CPU-Kachel mit P- und E-Kernen, eine Kachel mit der verbauten Grafikeinheit (auf Intel ARC-Basis) und eine Kachel für Input/Output (PCIe 5.0, USB 4, TB4 usw.).

      Tatsächlich werden drei von vier Kacheln von TSMC produziert, nur die CPU-Kachel stammt von Intel. Die Kacheln sind nicht etwa durch einen altbackenen und stromhungrigen Ringbus verbunden, sondern nun durch einen NOC (Fabric Network on Chip), sowie einem IO-Fabric.

      Evolution der 13. Generation

      Der neue Aufbau des Prozessors ist wohl der größte Fortschritt bei Meteor Lake und wird für einige interessante Dinge in der Zukunft sorgen (z.B. gemischte Fertigungsverfahren).

      Ansonsten gibt es bei den technischen Details ein solides Update: Maximal sechs P-Kerne, 8 E-Kerne und 2 LPE-Kerne, insgesamt 22 Threads. Die P-Kerne basieren nun auf der Redwood Cove-Architektur und die E-Kerne auf der Crestmont-Architektur, was für eine leicht bessere Performance sorgen soll: Etwa 8 Prozent gegenüber einem Intel Core i7-1370P und 11 Prozent gegenüber einem AMD Ryzen 7840U.

      Als maximaler Turbo nennt Intel 5,1 GHz und als Arbeitsspeicher gibt es LPDDR5(X) mit einer Kapazität von bis zu 64 GB. Daneben gibt es noch Intel Wi-Fi 6E/7, Bluetooth 5.4/5.3/LE und – leider noch – Thunderbolt 4 (erst vor Kurzem wurde die 5. Version vorgestellt).

      Die bereits seit einer Weile genutzten iGPUs auf Intel Xe-Basis wurden überarbeitet und sollen nun knapp doppelt so stark und dreimal so effizient wie bisher sein. Dazu gibt es nun Microsoft DX12 Ultimate und Raytracing, besseres Xe Super Sampling und weitere Neuerungen.

      So soll es mit aktivierten XeSS im Durchschnitt 39 Prozent mehr Leistung bei Spielen geben (Intel misst hier die Leistungsverbesserung bei FullHD-Auflösung).

      Das Event läuft unter dem Namen „AI Everywhere“ und hier kommt die neue dedizierte NPU (Neural Processing Unit) zum Einsatz. Grundsätzlich sollen die verbesserten CPU-Kerne, die NPU und die GPU deutlich mehr KI-Wumms bieten: Intel spricht hier von 1,7 mal bessere Leistung bei Stable Diffusion, 38 Prozent niedrigeren Energieverbrauch bei Videoanrufen (z.B. bei Zoom) und 2,5 mal besserer Energieeffizienz bei Int8-Berechnungen. Im besten Fall kann die NPU AI-Aufgaben 8 mal effizienter erledigen. Verglichen wurde hier ein neuer Intel Core Ultra 7 165H mit einem Intel Core i7-1370P.

      Durch all die kleinen Anpassungen und Verbesserungen soll Intels 14. Generation knapp 20 Prozent effizienter (aka stromsparender) als der Vorgänger arbeiten. Ob das so stimmt und unter welchen Bedingungen, bleibt natürlich abzuwarten. In Punkto Akkulaufzeit und Verbrauch haben hier ARM und ARM-basierte Prozessoren noch die Nase vorn.

      Intel Core Ultra im Überblick

      Um es kurz zu machen, gibt es hier die Übersicht aller angekündigten Prozessoren für Notebooks:

      Zum Start gibt es insgesamt 8 Ultra-Prozessoren, jeweils vier der H-Kategorie (viel Leistung) und vier der U-Kategorie (besonders sparsam). Im ersten Quartal 2024 sollen dann noch drei CPUs (zweimal U und einmal H) dazukommen. Das sieht nach einem vernünftigen Line-Up für Intel aus.

      Es gibt ein paar kleine Besonderheiten auf dem Datenblatt, auf die ich hinweisen will:
      Nur die H-Reihe bietet Intels verbesserte iGPU und wird hier Intel ARC-GPU genannt. Die U-Reihe muss mit Intels „alter“ Xe-Technik und weniger Xe-Kernen auskommen.

      Spannend ist auch der noch kommende Intel Core Ultra 9 185H, der wohl die neue Speerspitze bei Gaming-Notebooks sein wird. Denn dieser darf maximal 115 Watt verbrauchen, mache Hersteller können sicherlich noch mehr herauskitzeln.

      Auch wenn derzeit nur wenige Notebooks mit 32 GB an Arbeitsspeicher verkauft werden, ist die Anhebung des maximalen Limits (ohne Tricks oder Mods) auf 64 GB eine gute Sache. So können viele Gaming-Notebooks auch als Work-Station (für besonders anspruchsvollen Videoschnitt oder 3D-Rendering) genutzt werden.

      Intel Evo Edition und skalierbare 5. Gen Xeon

      Mit jeder neuen CPU-Generation gibt es auch überarbeitete Intel Evo-Richtlinien. Diesmal muss ein Prozessor der „Core Ultra“-Kategorie verbaut sein, damit folgt auch automatisch PCIe Gen 5 und LPDDR5(X).

      Windows 11 muss in der aktuellsten 2023-Version installiert und Schnellladen über USB-C verbaut sein. Intel zielt inzwischen auf mindestens 10 Stunden Akkulaufzeit (wenn FullHD-Auflösung genutzt wird) und das Notebook soll in unter 1,5 Sekunden aus dem Schlaf geweckt werden können. Außerdem wird nochmal mehr Wert das Unison-Projekt gelegt, was alle erdenklichen Geräte mit einem Intel-Notebook verbinden soll.

      Zu guter Letzt hat Intel noch die fünfte Generation an (skalierbaren) Xeon-Prozessoren für Server vorgestellt. Deren technischer Grundlage wurde ein nettes Update verpasst und sie passen in den Sockel der vierten Generation. Cool!

      Spannendes Update & eine gute Grundlage für die Zukunft

      Alles in allem sieht Intels 14. Prozessor-Generation (für Notebooks) ziemlich gut aus: Das neue Kachel-Design ermöglicht in Zukunft mehr Modularität (bessere Ausbeute, gemischte Kacheln aus verschiedenen Generationen, ggf. günstigere Produkte). Die P -und E-Kerne haben ein nettes Update bekommen und die etwas schwache iGPU wurde deutlich aufgewertet. Bisher hatte AMD die Krone bei den verbauten Grafikeinheiten auf, ob das weiterhin so bleibt werden kommende Benchmarks zeigen.

      Die neue verbaute NPU sollte lokale AI-Aufgaben und Anwendungen deutlich beschleunigen, vor allem da Intel hier auch die Leistung der CPU und der iGPU herbeizieht. Derzeit dürften die meisten Nutzer*innen hiervon aber nicht viel merken, da lokale AI-Software noch nicht so verbreitet ist. Intel will aber sehr deutlich auf den KI-Zug aufspringen und richtet auch im Endanwenderbereich alles danach aus. Wenn das klappt, wäre das ein gigantischer Erfolg für Intel.

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      Veröffentlicht von Daniel

      Online-Editor, NBB.de. Kommentare über Technik. Rechtschreibfehler und verwirrende Grammatik sind bewusste Witze - ganz offensichtlich.

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