Surface Laptop Studio 2 – Was mir eine Woche als Creator damit gezeigt hat..
  • Prozessor
  • Grafikkarte
  • RAM | SSD-Speicher
  • Intel Core i7-13700H
  • Nvidia GeForce RTX 4060
  • 64GB LDDR5 | 1TB SSD

Surface Laptop Studio 2 – Was mir eine Woche als Creator damit gezeigt hat..

Letztes Jahr konnte mein Kollege Hannes das neuartige Design des Surface Laptop Studio bereits genauer unter die Lupe nehmen. Damals gefielen das besondere Scharnier samt Display, die starke Haptik und die Eingabegeräte – nur die Leistung der Grafikeinheit sorgte für ein paar Überraschungen.

Mit dem Nachfolger soll nun vor allem die Leistung erhöht werden, denn der Formfaktor bleibt gleich. Preislich bewegen wir uns in UVP-Sphären zwischen 2.239 Euro und 4.159 Euro – wobei man alle Modellvarianten bereits deutlich günstiger bekommt.

Inhalt:

Für alle, die ihn noch nicht kennen, dürfte der Surface Laptop Studio 2 auf den ersten Blick wie ein normaler Laptop wirken. Die Überraschung folgt aber, sobald man ihn in die Hand nimmt: Denn er wirkt deutlich massiver als es die kompakten Abmessungen mit dem 14,4″-Touchscreen vermuten lassen. Über die hochwertige Anmutung muss man bei Surface-Geräten keine Worte mehr verlieren – selbst Apple macht Microsoft hier nichts vor. Das Design der Unterseite ist etwas eigen, denn man setzt auf eine umgedrehte „flache Pyramide“. Durch den schmaleren Fußabdruck soll die Luft der performanten Hardware-Kombi im Inneren besser an den Seiten entweichen können. Mehr dazu unter Emissionen.

Surface Studio Laptop 2 Blog Review

Haupt-Star des ganzen Surface-Ensembles ist aber erneut der Bildschirm – denn der lässt sich auf allerlei Weisen umklappen. Sowohl im Kino-Modus mit dem Touchpad noch im Bild als auch ganz umgeklappt sind möglich. Das sieht auf manchen Bildern fast so aus als hätte man ein sehr großes Surface Pro 9 auf einer Unterlage mit Tastatur geparkt.

Wobei man wirklich ein paar Tage braucht, um sich an die Schwergängigkeit des Scharniers zu gewöhnen. Die hat Microsoft aber mit Bedacht gewählt. Schließlich verstellt sich der IPS-Screen des Surface Laptop Studio 2 so nicht unabsichtlich, wenn ihr darauf herumtippt.

Nach oben

14,4″-Touchscreen, Eingabegeräte und Webcam

Etwas schade: Erneut setzt Microsoft nur auf ein Display, das lediglich den sRGB-Farbraum darstellt. Das reicht für Online-Redaktionen oder das Schneiden von YouTube-Videos aus. Wollt ihr aber HDR-Inhalte darstellen oder professionell Bilder in Photoshop & Co. für den Druck vorbereiten – dann eher nicht. Dafür wird es mit 500 nits sehr hell und ist gleichmäßig ausgeleuchtet. Die Darstellung in sRGB ist dazu sehr akkurat. Mit annähernd 2000:1 ist der gemessene Kontrast auch höher als bei normalen IPS-Panels und bietet obendrein eine hohe Bildwiederholrate von 120Hz. Inhalte werden somit schön flüssig dargestellt.

Dennoch muss sich Microsoft nominell hinter den MiniLED-Modellen im MacBook Pro oder den OLED-Bildschirmen von Samsungs Galaxy Book-Serie einreihen. Die lassen sich dafür aber auch nicht umklappen und stecken allgemein in deutlich dickeren Display-Gehäusen.

Surface Studio Laptop 2 Blog Review Display

Eine kleine Schelte gibt es auch beim Lieferumfang: Ein Surface Pen ist nämlich nicht dabei – dabei ist gerade die Arbeit damit einer der Haupt-Selling-Points des Studio Laptop 2. Denn mit kleinen Motoren bietet das Display sogar ein taktiles Feedback, wenn ihr darauf schreibt. Das funktioniert sehr gut und kann euch das Grafik-Tablet in InDesign, Illustrator oder Photoshop hervorragend ersetzen. Auch zum Herumschieben der Timeline in Adobe Premiere ist das Display sehr gut geeignet.

Surface Studio Laptop 2 Blog Review2

Ähnlich kleine Motoren wie im Display stecken auch im Touchpad, das wir uns ein wenig größer gewünscht hätten. Es bietet dafür aber ein enorm gutes Feedback. Stichwort gutes Feedback: Auch die Tastatur wird dem Premiumanspruch des Laptop Studio wieder gerecht. Lange Texte – wie dieser – schreiben sich angenehm und wegen des etwas höheren Tastenhubs fast wie an einem Desktop-Keyboard. Die Ausleuchtung ist dazu schön gleichmäßig. Ein kleines Detail, aber eines das die Wertigkeit des Surface Laptop Studio 2 unterstreicht.

Die 1080p-Webcam ist zwar solide, könnte aber besser sein – dass sie Besseres im eigenen Hause verbauen, hat Microsoft bereits mit der Surface Pro- und Surface Go-Serie bewiesen. Warum nicht auch hier? Kritik auf hohem Niveau, aber auf diesem bewegt sich der Surface Laptop Studio schließlich.

Nach oben

Die inneren Werte

So: Jetzt aber genug die äußeren Werte begutachtet und das Videoschnitt-Programm DaVinci Resolve angeworfen: Mit dem Intel Core i7-13700H (der in allen verfügbaren Modellen steckt) sollte zügiges Arbeiten kein Problem sein, zumal uns Microsoft die zweitstärkste Variante mit RTX 4060 geschickt hat.

Surface Studio Laptop 2 Blog Review Scharnier

Alternativ gibt es den Surface Laptop Studio 2 noch mit anderen Grafikeinheiten. Während mit der RTX 4050 noch gute Creator- und Gaming-Ergebnisse zu erwarten sind, bieten die günstigsten Varianten nur eine integrierte Intel Xe-GPU. Damit sind grafisch anspruchsvolle Programme oder gar Games nicht wirklich drin. Zumal das Display mit 1440p im 3:2-Format eine hohe Pixelmenge bietet. Die sorgt zwar für scharfe Inhalte, aber: Je mehr Pixel, desto höher die Arbeit für die Grafikkarte. Die Top-Version kommt hingegen sogar mit der Creator-Grafikeinheit Nvidia RTX 2000 – die ist zwar nicht so vielseitig wie unsere RTX 4060, aber bietet in ausgewählten Anwendungen noch etwas mehr Power.

Bis zu 64 GB Arbeitsspeicher sollten selbst für Extrem-User ausreichen. Dazu gibt es schnelle PCIe SSDs mit einer maximalen Kapazität von 1TB. Das Pendant in unserem Testgerät läuft bereits am Limit der PCIe 4.0.-Schnittstelle und kommt auf etwa 7.000 MB/s Lese- und 5400 MB/s Schreibgeschwindigkeit. Gerade in Anwendungen oder zukünftigen Games (mit Direct Storage) ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Nach oben

Kreativ-Programme und Anschlüsse

Wie zu erwarten war, schlägt sich der Surface Laptop Studio 2 auch sehr gut bei der Bearbeitung von 4K-Videos. Die Timeline läuft flüssig, selbst bei mehreren Spuren und Effekten. Der Export geht ebenfalls zügig vonstatten, dank der Unterstützung der Nvidia-GPU und den 64 GB Arbeitsspeicher.

DaVinci Render-Test eines kurzen 4K-Videos mit vielen Effekten

Wirklich angenehm: Das Display lässt sich dabei in verschiedenen Winkeln positionieren, je nachdem, ob man mehr Tastatur oder mehr Touchscreen braucht. Auch der Surface Pen – falls vorhanden – kommt hier zum Einsatz, um präzise Schnitte oder Anpassungen vorzunehmen. Per Hand geht das Ganze aber natürlich auch. Beide Eingabemethoden profitieren vom haptischen Feedback und liefen somit runder als ich es von anderen Touch-Screens gewohnt war.

Surface Studio Laptop 2 Blog Review Anschlüsse links

Insgesamt war das Arbeiten so nach kurzer Zeit sehr intuitiv möglich. Für feine Korrekturen habe ich kaum noch das Track-Pad genutzt, sondern direkt am Bildschirm gearbeitet. Wobei diesem vor allem die hohe Pixeldichte von 200 PPI (Pixel pro Zoll) guttut. Wenn doch bloß professionelle Farbräume dargestellt werden könnten… Dann wäre es perfekt. Da ich aber sowieso meist für den Online-Bereich schneide oder Fotos bearbeite, reicht – zumindest mir – noch der kleinere sRGB-Farbraum. Und in dem ist der Surface Laptop Studio 2 eben sehr genau.

Unterwegs machte sich dann das etwas hohe Gewicht von zwei Kilogramm im Rucksack bemerkbar. Dazu schlägt auch das 127-Watt-Netzteil noch mit knapp 440g zu Buche. Dafür sind aber sowohl Surface Laptop Studio 2 als auch Ladegerät schön kompakt gehalten. Letzteres wird über den Surface Connector angeschlossen – womit beide USB-C-4.0-Ports frei bleiben. Thunderbolt bieten sie dazu, also lassen sich bei Gelegenheit eine externe Grafikkarte, viele Displays oder sehr schnelle SSDs anschließen. Damit hat man annähernd eine komplette Workstation dabei. Im Vergleich zu früher – und in Anbetracht der gebotenen Leistung – ist das Gewicht somit wieder zu verschmerzen.

Surface Studio Laptop 2 Blog Review Anschlüsse rechts

Das einzige Versäumnis ist der Verzicht auf einen SD-Kartenleser im normalen Formfaktor. Hier wird nur MicroSD geboten, was aber immerhin schnelle Übertragungsraten von bis zu 154 MB/s erreicht. USB-A gibt es natürlich auch, jedoch nur mit 5Gbit. Dank der beiden schnellen USB-C-Anschlüsse ist das aber nicht weiter tragisch.

Da ich die Assets beim Schneiden direkt auf einer SSD parke, konnte ich diese entspannt an einem der Ports betreiben und hatte keinerlei Flaschenhals seitens des Anschlusses zu befürchten.

Nach oben

Gaming & Lautsprecher

So, fertig mit dem Arbeitstag und dann entspannt Zocken? Auch hier kann das Surface Laptop Studio 2 großteils überzeugen, sogar mit moderat hohen Einstellungen. Die RTX 4060 ist zwar keine Highend-Grafikkarte, aber sie schafft es, aktuelle Titel in Full HD und mit hohen Details flüssig darzustellen. Bei höheren Auflösungen oder anspruchsvolleren Titeln muss man zwar Abstriche machen oder die Grafikoptionen reduzieren, doch insgesamt dürftet ihr jedes aktuelle Spiel zum Laufen bekommen.

Surface Studio Laptop 2 Blog Review Rückseite

Die 120Hz-hohe Aktualisierungsrate des Displays kommt ebenfalls zum Tragen und sorgt für ein geschmeidiges Spielerlebnis. Allerdings spiegelt die Oberfläche etwas, was bei direkter Sonneneinstrahlung stören kann.

Selbst ohne Kopfhörer lassen sich Medien oder Games dabei übrigens genießen, denn die Lautsprecher sind insgesamt sehr gut. Sie klingen ausgewogen und liefern sogar eine leichte Bühne, wenn man zentral davorsitzt. Ihr könnt Instrumente im Klang also voneinander unterscheiden oder Gegner in Games früher lokalisieren.

Stellt ihr den Surface Laptop Studio 2 in den „Zelt-“ oder Tablet-Modus, dann schalten die Speaker sogar noch eine Stufe höher, da sich die Resonanzfläche des Laptops erhöht. Tiefe Töne liefern sie zwar nur bedingt, aber das gilt für fast alle Geräte, die nicht MacBook Pro heißen.

Nach oben

Akku, Leistungsaufnahme und Emissionen

Der Surface Laptop Studio 2 ist also ein echter Allrounder, der sich für viele kreative und unterhaltsame Tätigkeiten eignet. Aber er hat auch seine Schwächen, die man bei einem so teuren Gerät nicht sofort erwarten würde.

Zum einen ist da die angegebene Akkulaufzeit, die Microsoft offiziell mit bis zu 18 Stunden bei unserem Modell deklariert. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es auch. Versteht mich nicht falsch: Der Surface Laptop Studio 2 hat eine richtig starke Akkulaufzeit von bis zu zehn Stunden im Normalbetrieb und bei mittlerer Display-Helligkeit. Aber die Laborwerte, die im Datenblatt stehen, werdet ihr nie erreichen.

Bei anspruchsvolleren Anwendungen wie Videoschnitt oder Gaming war der Akku dazu deutlich schneller leer. Fünf Stunden mit zwischenzeitlichen Schnitt- oder Editier-Arbeiten ist trotzdem richtig gut. Ich würde mir nur einfach eine praxisnahe Angabe von Microsoft hierzu wünschen.

Schließlich ist die Batterie genauso groß wie beim langsameren Vorgänger und die Leistungsaufnahme dafür stark gestiegen: Bis zu 110W verbrauchten GPU und CPU bei unserem Testgerät gleichzeitig. 80W entfallen dabei auf die GPU, wobei nochmal ein extra Boost von 20W möglich ist. Dabei bleiben die Temperaturen im grünen Bereich. Der Aufbau mit Luftauslässen, die vertieft unter dem Laptop sitzen, funktioniert also. Allerdings erwärmt sich die Handballenauflage gerade bei Gaming-Anwendungen relativ stark. Das stößt zwar nie in unangenehme Bereiche vor und hat im kalten Dezember auch seine Vorteile, aber an heißen Sommertagen kann es bestimmt schwitzig werden.

Und es bringt mich zum einzigen echten Manko, nämlich der Lautstärke, die bei hoher Last deutlich ansteigt. Die Lüfter werden zwar nie unangenehm hochfrequent, aber sind doch deutlich hörbar. Das kann bei ruhigen Umgebungen oder bei der Audiobearbeitung teilweise stören. Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung können hier Abhilfe schaffen.

Nach oben

Fazit: Premium-Sonderling, der zum Allrounder taugt

Das Surface Laptop Studio 2 ist erneut ein beeindruckendes Gerät, das mit seinem innovativen Design, dem hochwertigen Display und der starken Leistung punktet. Gerade letztere wurde im Vergleich zum Vorgänger deutlich erhöht, ohne dabei auf Kosten der Akkulaufzeit zu gehen. Somit ist der Surface Laptop noch vielseitiger einsetzbar als sein bereits guter Vorgänger und bietet eine gute Balance zwischen Mobilität und Produktivität.

Surface Studio Laptop 2 Blog Review Scharnier

Bei Preisen, die ab knapp 2.000 Euro beginnen und bis zu einer UVP von über 4.000 Euro im Creator-Modell reichen, darf man ein Gerät nah an der Perfektion erwarten. Die Farbraumabdeckung des Displays und die etwas hohe Lautstärke unter Last stehen dem noch im Weg. Wobei das Display in seiner Einzigartigkeit überzeugt: Eingebaute Motoren sorgen für ein taktiles Feedback beim Zeichnen oder Tippen. Selbst professionelle Grafik-Tablets lassen sich im Zusammenspiel mit dem aufpreispflichtigen Surface-Pen ersetzen. Man gewöhnt sich dazu erstaunlich schnell an die Arbeit mit dem vielseitigen Scharnier. Der Wechsel zwischen Arbeit, Medienkonsum und Gaming läuft nach kurzer Zeit fließend.

Surface Studio Laptop 2 Blog Review Tablet

Zugegeben: Unter einer hohen Lautstärke unter Last leiden fast alle starken Laptops im kleinen Formfaktor. Wer bereit ist, die genannten Kompromisse einzugehen, bekommt mit dem Surface Laptop Studio 2 nämlich ein einzigartiges und leistungsfähiges Notebook, das sich vor allem für kreative User lohnt. Wer aber in erweiterten Farbräumen arbeitet und kein externes Display hierfür bemühen will, muss sich nach Alternativen umsehen. Welche das sind? Erfahrt ihr in unserem Ratgeber.

Surface Laptop Studio 2 bei uns im Shop

Nach oben

Veröffentlicht von Clemens

Großer Film- und Serien-Fan, der von Antonioni bis Tarkowski (fast) alles gesehen hat, was Kino und Fernsehen hergeben. Durch Super Nintendo und PS1 fand er Mitte der 90er seine Leidenschaft für PC- und Konsolenspiele. Zockt mittlerweile vornehmlich am selbstgebauten Gaming-PC und gelegentlich auch auf der PlayStation.

Das könnte dich auch interessieren